Update aus den Weinbergen

Michael Kilburg • 20. Juni 2026

Die arbeitsreichsten Wochen rund um die Blüte neigen sich langsam dem Ende entgegen. Das Auf und Ab der Temperaturen spiegelte sich auch in den Weinbergen wider. Das Frühjahr begann zunächst verhalten, sodass auch der Austrieb langsam, aber stetig verlief. Bis dahin lagen wir zeitlich etwa im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Erst im Mai sorgten die warmen bis heißen Tage für einen spürbaren Wachstumsschub. In Verbindung mit den damals noch gut mit Wasser versorgten Böden legten die Triebe rasch an Länge zu.

Nach den ersten sommerlichen Tagen wurde es pünktlich zur Blüte wieder kühler und nasser – eigentlich keine guten Vorzeichen. Dennoch sieht es bislang nach einer guten Blüte und einer zufriedenstellenden Verrieselungsrate aus. Aus qualitativer Sicht ist eine nicht perfekte Blüte sogar durchaus wünschenswert, denn wenn sich etwas weniger Beeren pro Traube bilden, ist die Gefahr späterer Quetschungen und damit einhergehender früher Fäulnis geringer.

Daher sind wir mit dem bisherigen Jahr sehr zufrieden. Die kühleren Wochen haben uns die Arbeit zudem etwas erleichtert, denn je schneller die Reben in dieser Hauptarbeitszeit wachsen, desto stärker verdichten sich die anstehenden Arbeiten.

Nun ist also der Grundstein für den Jahrgang 2026 gelegt. Die Trauben, die bis zur Blüte übrigens noch „Gescheine“ heißen, werden mit den weiterhin ausreichenden Wasserreserven im Boden und den nun heißen Temperaturen rasch an Größe gewinnen.

Aktuell sind wir mit dem Entblättern beschäftigt, um die Traubenzone besser zu durchlüften. Dabei entfernen wir die Blätter überwiegend auf der Schattenseite, damit die Trauben auf der Sonnenseite vor übermäßiger Sonneneinstrahlung geschützt bleiben.

Nun heißt es, weiterhin auf gutes Wetter und ausreichend Niederschlag zu hoffen – möglichst nicht in gefrorener Form. Ebenso wünschen wir uns, von größeren Wetterkapriolen bis zur Lese verschont zu bleiben.