Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr von seiner besonders trockenen Seite. Beim Blick auf die Weinberge, Wiesen und Wälder fühlen wir uns immer wieder an das ebenfalls sehr trockene Jahr 2022 erinnert. Der fehlende Niederschlag ist inzwischen deutlich sichtbar und stellt vor allem unsere jungen Weinberge vor große Herausforderungen.
Junge Reben verfügen noch nicht über das tiefreichende Wurzelsystem älterer Weinberge. Ihre Wurzeln befinden sich überwiegend in den oberen Bodenschichten, die bei lang anhaltender Trockenheit besonders schnell austrocknen. Entsprechend deutlich zeigen einige junge Anlagen inzwischen, dass ihnen das Wasser fehlt.
Unsere älteren Weinberge kommen mit der aktuellen Situation wesentlich besser zurecht. Über viele Jahre und Jahrzehnte haben ihre Reben Wurzeln gebildet, die tief in den Boden und in die Felsspalten hineinreichen. Dort finden sie noch Wasserreserven, die für junge Reben nicht erreichbar sind. Gerade in trockenen Jahren zeigt sich deshalb, welchen besonderen Wert alte, tief verwurzelte Reben besitzen.
Insgesamt präsentieren sich unsere Weinberge trotz der anhaltenden Trockenheit weiterhin erstaunlich vital. Hilfreich ist dabei auch der in diesem Jahr eher geringe Traubenbehang. Die Reben müssen weniger Trauben versorgen und können ihre vorhandenen Wasserreserven dadurch gezielter einsetzen.
Ein geringerer Behang bedeutet voraussichtlich zwar auch einen niedrigeren Ertrag. Gleichzeitig können kleinere Beeren jedoch besonders intensive und konzentrierte Aromen hervorbringen. Vor allem die älteren Reben haben unter solchen Bedingungen das Potenzial, sehr charaktervolle und hochwertige Trauben hervorzubringen.
Eine flächendeckende Bewässerung unserer Weinberge haben wir nicht und möchten wir auch in Zukunft möglichst vermeiden. Wasser ist eine wertvolle Ressource, mit der gerade in anhaltenden Trockenperioden verantwortungsvoll umgegangen werden sollte. Eine gezielte Bewässerung kommt für uns deshalb vor allem dort infrage, wo junge Reben ohne Unterstützung ernsthaft gefährdet wären.
Wie sich der Jahrgang 2026 am Ende tatsächlich entwickeln wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zuverlässig beurteilen. Viel hängt davon ab, ob der August noch Niederschläge und damit etwas Entspannung für die Natur und die Weinberge bringt.
Die Voraussetzungen für intensive und ausdrucksstarke Trauben sind durchaus vorhanden. Dennoch möchten wir noch keine voreiligen Versprechen machen. Ein erstes wirklich aussagekräftiges Resümee über den Jahrgang 2026 ziehen wir wie immer erst nach der Weinlese.

