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Den gestrigen Morgen, am 22.11.2025 werden wir so schnell nicht vergessen. Bei –9 °C konnten wir endlich wieder einen Riesling-Eiswein ernten – ein Ereignis, das selbst für erfahrene Winzer immer etwas Magisches hat. Eiswein gehört zu den seltensten Spezialitäten des Weinbaus, und besonders in zunehmend milderen Wintern fühlt es sich wie ein kleines Geschenk an, wenn es gelingt. Und dieses Jahr fiel die Lese sogar auf den Geburtstag meines Vaters. Um 5 Uhr morgens stand die erste Kontrolle an: –8 °C zeigte das Thermometer. Die Trauben waren bereits fest gefroren, und bis kurz vor Sonnenaufgang sank die Temperatur noch einmal auf knapp –10 °C. Das Besondere in diesem Jahr: Weil der Frost so außergewöhnlich früh kam, waren die Trauben noch gesund und in perfektem Zustand – ideal für einen authentischen Eiswein. Beim Pressen zeigte sich dann schnell, es hat sich gelohnt: Der konzentrierte, goldene Saft brachte beeindruckende 145° Oechsle auf die Waage. Selbst für einen Eiswein ist das ein außergewöhnlicher Wert und verspricht einen Wein voller Intensität und Langlebigkeit. Eisweine entstehen nicht jedes Jahr – sie sind das Ergebnis von Geduld, Risiko und einer guten Portion Glück. Genau deshalb ist eine gelungene Lese immer etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wie sich dieser Riesling-Eiswein entwickeln wird. Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer!
Ein nahezu perfektes Weinjahr mit einem fast perfekten Abschluss – so könnten wir es wohl am besten beschreiben. Doch fangen wir vorne an: Nach dem frostgeplagten Jahr zuvor starteten wir diesmal mit einem tiefen Aufatmen in den Frühling. Kein Frost, keine Verluste – und das trotz eines erneut sehr frühen Austriebs, besonders in unseren warmen Steillagen. Zügig ging es weiter, sodass wir bereits Ende Mai die ersten blühenden Weinberge beobachten konnten – alles deutete früh auf ein sehr gutes Weinjahr hin. Der Sommer war geprägt von langanhaltend trockenem, stabilem Wetter. Die Reben wuchsen kräftig, waren gesund und verlangten uns gleichzeitig einiges ab – ein arbeitsreiches, aber lohnendes Jahr in den Weinbergen. Alles lief auf einen Spitzenjahrgang hinaus. Doch wie so oft hatte die Natur noch eine kleine Herausforderung für uns parat: Pünktlich zur Weinlese im September kam der Regen – reichlich und zur denkbar ungünstigsten Zeit. Glücklicherweise konnten sich die Weinberge, die im letzten Jahr vom Frost betroffen waren, in diesem Jahr besonders beweisen. Dank des sogenannten „Nachholeffekts“ trugen sie gute Erträge und zeigten sich deutlich weniger anfällig für Fäulnis. Sie hielten dem Regen stand – und so konnten wir trotz aller Herausforderungen wunderbare Qualitäten ernten. Außergewöhnlich war diese Weinlese zudem, weil nahezu alle Rebsorten gleichzeitig reif wurden – eine absolute Seltenheit! So kam es zum Beispiel vor, dass Rieslingweinberge vor dem frühen Bacchus gelesen wurden. Es war wohl die anstrengendste Weinlese, die wir je erlebt haben – doch sie hat sich gelohnt. Die Qualitäten sind hervorragend, sowohl bei den weißen als auch bei den roten Sorten dürfen wir uns auf einen richtig guten Jahrgang freuen. Auch die Erntemenge ist erfreulich: Während sie in vielen deutschen Weinregionen eher niedrig ausfiel, liegt sie bei uns wegen der geringen Erträge im Vorjahr wieder über dem Durchschnitt.

Es muss nicht immer außergewöhnlich sein – gerade mit Blick in die Weinberge schätzen wir auch die ruhigen, beständigen Phasen. Nachdem wir in diesem Jahr von Spätfrösten verschont geblieben sind, zeigt sich das Wetter danach ebenfalls von seiner stabilen und positiven Seite. Zwar war das Frühjahr sehr trocken, und seit Januar verzeichnen wir in jedem Monat ein Wasserdefizit – doch der Regen kam bisher immer rechtzeitig, bevor es für die Reben wirklich kritisch wurde. So konnten diese bislang ohne größere Probleme und mit ausreichend Wasser wachsen. Vor allem die sommerlichen Temperaturen der vergangenen zwei Wochen haben das Wachstum spürbar beschleunigt. Die Reben haben kräftig zugelegt, die Blüte verlief zügig und gleichmäßig. Inzwischen sind die ersten Beeren sichtbar, und der fortgeschrittene Vegetationsstand lässt schon jetzt auf eine eher frühe Lese im Herbst schließen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg und vieles offen… Ein Jahrgang weiter – der 2024er ist da. Während draußen noch an der Ernte 2025 gearbeitet wird, sind die Weine des letzten Jahres bereits einen Schritt weiter. Einige haben ihren Weg bereits in die Flasche gefunden – und in unsere Regale. Die ersten 2024er sind seit wenigen Wochen im Verkauf und präsentieren die kleine Erntemenge mit viel Charakter: intensiv, fruchtig, lebendig und spritzig frisch. Im Laufe des Sommers werden noch weitere junge Weine folgen.

Der Rebschnitt und das anschließende Biegen der Reben sind die zeitaufwendigsten Arbeiten des Jahres und nehmen daher die Monate des Winters voll in Anspruch. Pünktlich zu den ersten Frühjahrsanzeichen und Temperaturen um 20 Grad sind die Weinberge nun wieder bereit für die neue Saison. Die kühlen nächtlichen Temperaturen der vergangenen Wochen lassen die Reben bisher jedoch noch überwiegend in der Winterruhe verweilen und ein verfrühter Austrieb ist bisher noch nicht erkennbar. Zum Glück, denn mit jedem Tag früher den die Reben austreiben, steigt auch die Dauer der Frostgefahr und wozu das Führen kann, haben wir letztes Jahr erleben müssen. Daher sind wir aktuell noch sehr zufrieden mit kühleren Temperaturen und hoffen auf ein Weinjahr ohne Frostschäden. Während also draußen schon der Jahrgang 2025 in den Startlöchern steht, wird der erste Wein des vergangenen Jahres bald in Flaschen gefüllt. Die ersten 2024er Weine werden dann ab Mai und im Laufe des Sommers erhältlich sein und wir freuen euch dieses historische Weinjahr dann präsentieren zu dürfen.

Am 17. Oktober 2024 haben wir die letzten Trauben der diesjährigen Weinernte gelesen. Damit endete ein Weinjahr welches wir so schnell nicht vergessen werden. Doch von vorne: Der März sorgt mit teils sommerlichen Temperaturen für ein frühes Erwachen der Reben und einen Austrieb schon Anfang April. Damit war klar, der Zeitraum der möglichen Spätfröste ist dieses Jahr wieder besonders lang. Und es kam schlimmer als wir es befürchtet haben. Ab dem 20. April hatten wir fünf Nächte, in denen das Thermometer teils deutlich unter null fiel. Schon die erste Nacht sorgte für Schäden in einem Ausmaß wie wir sie seit über 40 Jahren nicht mehr hatten. Das Verheerende: Neben den üblichen frostgefährdeten Weinbergen, wurden selbst Weinberge, die bis dahin noch nie erfroren waren, geschädigt. Ein herber Schock direkt zu Beginn des noch jungen Weinjahres. Doch es gab es auch Hoffnungsschimmer. Rund ein Drittel unserer Reben kamen glimpflich davon und hatten keine bis nur leichte Frostschäden. Mit enormen Unterschieden teils innerhalb eines Weinbergs. Dies sorgte für ein arbeitsreiches und anspruchsvolles Jahr mit enormen Differenzen in der Reifeentwicklung insbesondere zu Beginn der Vegetation. Von vollen Rebstöcken hin zu Weinbergen, in denen man die Trauben buchstäblich suchen musste, hatten wir das volle Spektrum zu bieten. Nach teils sehr trockenen Sommern hatten wir dieses Jahr wieder genug Regen und zumindest Trockenstress war kein Thema. Zeitweise waren wir sogar eher überversorgt vom sonst so herbeigesehnten Nass von oben. Doch auch wenn es teils nicht sommerlich wirkte, die Reben hatten meist sehr gute Wachstumsbedingungen und die Trauben konnten konstant und stetig reifen. Am 11. September ging es dann schon in die Weinlese. Neben den erschreckend wenig Trauben, die in den komplett erfrorenen Weinbergen hingen, konnten wir zum Glück auch gute Erträge in anderen Anlagen ernten. Unterm Strich ist dies für uns dennoch ein sehr kleiner Jahrgang, welcher durch die niedrigen Erträge aber auch sehr gute Qualitäten hervorbrachte. Diese dürfen nun im Keller gären und reifen, um dann das volle Potenzial dieses historischen Weinjahres im nächsten Jahr Euch präsentieren zu dürfen.
Unterschiedlicher könnten sich unsere Weinberge derzeit kaum präsentieren. Von Weinbergen, die nahezu keine Trauben tragen, zu Weinbergen, an denen viele gesunde Trauben wachsen gibt es auch alles dazwischen. Positiv, die Frostweinberge konnten durch die geringe Menge den Entwicklungsrückstand teils schon einholen und haben daher das Potenzial für richtig gute Weine. Darauf gilt es jetzt zu hoffen. Denn ob dies gelingt, hängt zum größten Teil vom Wetter ab. Wir hatten bisher ein sehr niederschlagsreiches Jahr und hoffen nun in der Reifephase der Trauben, sprich also, wenn die Trauben weich werden auf ein eher trockenes Wetter. Dies könnte dann das Frostjahr 2024, zumindest qualitativ noch zu einem richtig guten Weinjahr werden lassen.

Nach den verheerenden Frostschäden sind mittlerweile alle Weinberge wieder ergrünt. Durch diesen Neuaustrieb in den erfrorenen Weinbergen haben wir nun jedoch enorme Differenzen in den Weinbergen, teils sogar innerhalb eines Weinbergs. Während die nicht erfrorenen Reben nun schon in der Blüte sind, wird dies in den Neuausgetriebenen Weinbergen noch 2-3 Wochen dauern. Dies bedeutet jetzt schon, dass diese Trauben auch später reif werden. Diese Unterschiede macht die Bewirtschaftung über die gesamte Vegetation nicht einfacher und fordert insgesamt sogar mehr Arbeitsstunden. Einen Teil des Rückstands werden die Reben, dadurch, dass weniger Trauben in den erfrorenen Weinbergen gebildet wurden, wieder aufholen, jedoch wird es in den betroffenen Weinbergen je nach Witterung eine insgesamt späte Lese geben. Dies muss, aber nichts Schlechtes bedeuten. Eine späte Lese Ende Oktober oder vielleicht auch noch später bringt den Vorteil das die Trauben bei kühlen Temperaturen länger gesund bleiben und länger reifen können. Auch bringt die Lese bei kühlen Temperaturen Vorteile bei der Verarbeitung. Unterm Strich könnte der Sommer aber nun mal endlich richtig starten, die Böden sind mehr als gesättigt mit Wasser und die Reben bräuchten nun dringend eine länger anhaltende Trockenperiode mit viel Sonnenschein.


